Stell dir vor, heute ist Samstag (vielleicht ist das sogar wirklich der Fall, dann kannst du dich in relaxter Stimmung zurücklehnen und dich überraschen lassen): Auf welchen Wochentag freust du dich jetzt mit Sicherheit nicht? Richtig, auf den Montag! Grund genug, diesem sagenumwobenen Tag näher auf den Grund zu gehen. Was hat es mit diesem Tag auf sich? War er schon immer der Wochenbeginn? Welche Fakten gibt es für den ersten Tag der Woche? Und für welche Mythen gibt es wissenschaftliche Erklärungen? All das kannst du hier in den nächsten 7 Minuten nachlesen.

Kleine Namenskunde: Warum heißt der Montag eigentlich Montag?

In unserem Kulturkreis verdanken wir die Namen der Wochentage den germanischen Göttern. Abgeleitet wurde Montag ursprünglich von Mani, dem Mondgott. Die alten Germanen sahen im Mond den Bruder der Sonne. Fast logisch also, dass der SONNtag dem Montag vorausgeht. Andere Wissenschaftlicher weisen darauf hin, dass ‘Montag’ durch direkte Übersetzung von ‘Dies lunes’ aus dem Lateinischen entstanden ist. Die Aufgabe von Mani war es, den Lauf den Mondes zu überwachen.

Früher war schon am Sonntag Wochenbeginn!

Auch wenn du es dir kaum vorstellen kannst, war der Montag in Deutschland nicht immer der erste Wochentag. Das ist erst seit 1976 der Fall. Und es gibt sogar einen internationalen Standard, der den Montag seit 1976 als ersten Wochentag festlegt. Auch wenn sich ältere Herrschaften vielleicht nicht mehr daran erinnern können: Vor 1976 war der Sonntag ganz offiziell der Beginn einer neuen Woche. In einigen Kulturen ist das bis heute so geblieben, zum Beispiel in den USA. Wer hätte das gedacht/gewusst? Wenn du irgendwo mit unnützem Wissen im Sinne der 1-Million-Euro-Frage’ Eindruck schinden willst, dann weise auf die Norm ISO 8601/DIN 1355 hin. Diese besagt offiziell, dass die Woche mit dem Montag beginnt. Im Althochdeutschen hieß der Montag übrigens noch Munitag. Ansonsten ist es mit dem Montag wie mit jedem anderen Wochentag: Er kommt einmal in der Woche vor, also 52 Mal im Jahr. Doch irgendwie ist dieser Wochentag anders/besonders…

Der Montag und seine kulturelle Bedeutung

Ja, es ist wahr. Gerade in unserer westlichen Kultur ist der Montag als Beginn einer neuen Arbeitswoche nicht wirklich beliebt. Das ist aber in anderen Kulturen überhaupt nicht der Fall: Muslime und Juden nutzen diesen Tag traditionell als Fastentag und in der orthodoxen Kirche werden Engel verehrt. Falls deine Stimmung mit Blick auf den nahenden Montag jetzt fällt: Denk daran, dass der Montag in vielen Teilen der Erde kein Katastrophenfall ist. In Deutschland allerdings hat der Montag mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. Auf die wichtigsten werfen wir im Folgenden einen Blick, bevor es zu interessanten Ergebnissen von wissenschaftlichen Untersuchungen geht.

Der Montag und die lange Liste von Vorurteilen und Problemfällen

Den vielbesagten ‘Montagsblues’ nach dem Wochenende scheint es wirklich zu geben. In Deutschland geben deutlich mehr als 80 % aller Arbeitnehmer an, dass sie mit ausgesprochen schlechter Stimmung in den Montag starten. Daher hat sich in vielen Köpfen hartnäckig die Meinung festgesetzt, dass der Montag der schlimmste Tag in der Woche sei. Dazu später noch mehr.

Der Montag in der Popkultur

Das negative Image des Montags kommt nicht aus Zufall zustande, denn Ohrwürmer wie ‘I don’t like mondays’ oder ‘manic monday’ machen uns immer wieder mit gut klingenden Tönen deutlich, wie schlimm dieser Montag eigentlich ist. Die Popkultur hat einen großen Beitrag dazu geleistet, dass wir den Montag mehrheitlich als traurig und melancholisch einstufen.

Damals, im Mittelalter…

Die Bezeichnung ‘blauer Montag’ ist allerdings von sehr viel älter als die genannten Hits. Schon im Mittelalter waren die Kirchen während der Fastenzeit blau geschmückt. Zahlreiche Handwerker arbeiteten montags nicht, wenn sie fasteten. Das war ein Wochenbeginn, von dem einige Arbeitnehmer heute nur träumen können. Einfach mal blau machen 😉

Montagsauto
“Montagsauto” erwischt? Aber was genau hat der Montag damit zu tun…?

Etwas ist fehlerhaft? Dann wurde es an einem Montag produziert!

Dass der Montag grundsätzlich negativ behaftet ist, zeigt sich in sprachlichen Kreationen wie Montagsgerät oder auch Montagsauto. Damit ist grundsätzlich eine mangelnde Funktionalität gemeint, die dem Montag sprachlich zugeschoben wird. Das geht sogar so weit, dass sich der Bundesgerichtshof in einem Urteil mit dem ‘Montagsauto’ befasst hat. Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein Auto, das wegen schlechter Verarbeitung erhebliche Mängel aufweist.

Was sagt die Statistik über den Montag aus?

Dass der Montag rein statistisch kein guter Start in die neue Woche ist, zeigen die besonders vielen Krankmeldungen und die hohe Zahl der Selbstmorde an diesem Wochentag. In anderen Untersuchungen fanden Forscher heraus, dass montags in E-Mails die meisten Fehler unterlaufen. Um die Produktivität scheint es zu Wochenbeginn also nicht besonders gut bestellt zu sein.

Der ‘Schwarze Montag’ an der Börse

Als ‘Schwarzer Montag’ wird ein ernsthafter Börsenkrach im Oktober 1987 bezeichnet, der in Hong Kong begann und sich dann bis nach Europa auswirkte. Auch das hat dem negativen Image des Montags mit Sicherheit nicht geholfen. In diesem Kontext sei auch an zahlreiche bedeutende Demonstrationen erinnert, die ebenfalls an einem Montag stattfanden. Auch heute wird noch von ‘Montagsdemonstrationen’ geredet, so wie sie zu Ende der DDR-Zeiten das Bild in den Medien prägten.

Der Montag und sein feierliches Gesicht

Zum Abschluss aber noch etwas Erfreuliches über den Montag, vor allem für Arbeitnehmer: Zahlreiche Feiertage fallen immer auf einen Montag und mit dem Rosenmontag dürfte außer fröhlich-närrischem Treiben nichts Negatives verbunden sein. Es sei denn, du bist ein entschlossener Karnevalsgegner…

Was sagen uns die Wissenschaftler zum schlimmsten Wochentag?

Grundsätzlich gilt: Je näher wir dem Wochenende kommen, desto besser wird die Laune. Je weiter das Wochenende entfernt ist, desto schlechter ist die Stimmung. Und das ist nun mal am Montag typischerweise der Fall. Das Phänomen kennst bestimmt auch du, vor allem dann, wenn du es dir am Wochenende richtig gut hast gehen lassen. Durch die Änderung des Biorhythmus (langes Ausschlafen) fühlen sich Arbeitnehmer montags nicht selten wie gerädert. Und tatsächlich gibt es einige Untersuchungen, die den Montag als schlimmsten Tag in der Woche identifizieren. Das deckt sich mit der allgemeinen Erwartungshaltung.

Wie kann Zufriedenheit sprachlich gemessen werden?

Zwei Mathematiker aus Vermont haben eine interessante Studie durchgeführt, die auf einer sehr großen Datenbasis beruht. Sie haben mehr als 2,4 Millionen Blogs und insgesamt mehr als 10 Millionen Sätze ausgewertet. Eine solch große Datenbasis steht an sich für aussagekräftige Ergebnisse. Es lohnt sich also, einen Blick auf das zentrale Untersuchungsergebnis zu werfen. Die Forscher wollten das Wohlbefinden der Schreibenden je nach Wochentag analysieren. Dafür suchten sie explizit nach Formulierungen, die mit ‘Ich fühle mich’ beginnen. Die Auswertung zeigte, dass sich Blogger am Sonntag am wohlsten fühlten. Und das obwohl der schreckliche Arbeitsmontag unmittelbar bevorstand! Die Daten zeigten weiter, dass viele Menschen diese Wohlfühlstimmung mit in den Montag nehmen können. Dieser Studie zufolge ist der Montag also nicht der schlimmste Tag in der Woche. Die Daten weisen eindeutig darauf hin, dass der Mittwoch der schlimmste Tag in der Woche ist. Die Erklärung ist nachvollziehbar: Der Elan des Wochenanfangs ist verpufft und noch stehen zwei lange Arbeitstage an, bevor das nächste Wochenende eingeleitet werden kann.

Und welcher Tag ist eigentlich der (un)produktivste in der Woche?

Ein amerikanisches Forschungsinstitut hat ermittelt, dass der Dienstag dicht gefolgt vom Montag der produktivste Tag der Woche sei. Es dürfte wenig überraschen, dass der Freitag in Sachen Produktivität auf dem letzten Platz landete. Spätestens nach der Mittagspause drehen sich die Gedanken fast nur noch um das anstehende Wochenende. Oder ist das bei dir anders?

montag
Ist der Montag wirklich so schlimm?

Fazit: Ist der Mittwoch der neue Montag?

Pauschal lässt sich nicht sagen, welcher Tag in der Woche der schlimmste ist. Letztlich handelt es sich um eine subjektive Wahrnehmung, die durch zahlreiche Erlebnisse rund um den Wochenstart beeinflusst wird. Du hast bestimmt nach einem tollen Wochenende auch schon den einen oder anderen Katastrophen-Montag erlebt, der sich tief in das Gedächtnis eingebrannt hat. Daher steht für die meisten ohne langes Zögern fest: Der Montag ist der schlimmste Tag der ganzen Woche! In vielen Studien wird der Montag dazu passend als schlimmster Tag der Woche benannt. Die Befundlage ist aber nicht eindeutig: Es gibt auch andere Ansätze wie die oben genannte Untersuchung, die den Mittwoch als schlimmsten Tag der ganzen Woche ausmachen.

Was du aus diesem Artikel mitnehmen kannst…

Wie dem auch sei: Der Montag hat als Start in die neue Woche sicher ein negatives Image, das mit zahlreichen Vorurteilen behaftet ist. Die oben genannten Beispiele zeigen sehr eindrucksvoll, welchen kulturellen Stellenwert der Montag genießt. Die Tatsache, dass er von germanischen Götternamen abgeleitet wurde, sollte uns alle positiver stimmen. So viel Schwarzmalerei können die Götter nicht gewollt haben. Und letztlich ist es an dir selbst, für einen glücklichen Montag zu sorgen, indem du – wie oben angeklungen – den Schwung und die Lebensfreude des Wochenendes mit in die neue Woche nimmst. Mit einem stressfreien Start in den Tag, ausreichenden Zeitpuffern für unvermeidbare Staus und persönlichen Highlights nach Feierabend wird der Montag in deinem persönlichen Ranking sicher ganz schnell steigen.