Du würdest dich selber als Workaholic bezeichnen? Aber so viel und gerne du auch arbeitest: Irgendwann reicht es und dich beschleicht das ungute Gefühl, dass du mehr an dich, deine Liebsten und an deine Gesundheit denken solltest? Dann dürfte dich dieser Beitrag über die Work-Life-Balance interessieren. Vor allem dann, wenn von einem Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben keine Rede mehr sein kann. Nutze die Tipps in diesem Beitrag als Inspiration, um dein optimales Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben zu finden.

Warum überhaupt mit der Work-Life-Balance beschäftigen?

Die Tatsache, dass dieser Faktor für immer mehr Menschen an Bedeutung gewinnt, zeigt vor allem eines: Arbeit ist wichtig, aber nicht alles im Leben! Idealerweise macht sich eine ausgewogene Work-Life-Balance in Form einer hohen Lebensqualität bemerkbar. Dazu ist eine individuelle Balance zu finden, die einen optimalen Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben erlaubt. Geht dieses Gleichgewicht verloren, wird permanenter Stress herrschen. Der drückt nicht nur die Stimmung, sondern kann zu einer ernsthaften Gefahr für die Gesundheit werden. Und dass sich das alles nicht positiv auf deine Motivation und Leistungsfähigkeit auswirkt, dürfte auf der Hand liegen.

Selbst und ständig? Das geht nur mit geeigneten Rahmenbedingungen gut

Die zunehmenden Fälle von Burnout am Arbeitsplatz sollten jedem eine Warnung sein, der Work-Life-Balance als neumodisches Gedöns abtun möchte. Vor allem für Selbstständige spielt eine individuelle Work-Life-Balance eine sehr wichtige Rolle: Ein Arbeitspensum mit deutlich mehr als 40 Stunden in der Woche ist keine Seltenheit und es gibt keinen Arbeitgeber, der für produktive Rahmenbedingungen sorgt. Ob angestellt oder selbstständig: Es gilt, aktiv zu werden und eine individuelle Balance für sich selber zu finden. Balance meint nicht, dass Arbeit und Privatleben 50:50 verteilt sein müssen, was rein zeitlich auch gar nicht geht. Die privaten Momente und Auszeiten müssen aber im Sinne einer kraftgebenden ‘quality time’ als ausreichend empfunden werden! Qualität geht bei der Work-Life-Balance eindeutig vor Quantität. Du solltest zudem bedenken, dass jeder Mensch seine eigene Toleranzgrenze hat. Insofern macht es die Ausarbeitung einer Work-Life-Balance erforderlich, sich mit sich selber zu beschäftigen und sich durchaus besser kennenzulernen.

Ausgangsanalyse: Besteht bei dir (akuter) Handlungsbedarf?

Du bist unausgeglichen, reizbar und ziemlich vergesslich? Du hast das Gefühl, dass dein Privatleben bzw. Familie und Freunde zu kurz kommen? Du fühlst dich im Alltag oft überfordert und empfindest daher schnell Stress? All das sind Symptome für eine unausgeglichene Work-Life-Balance. Die folgenden, praxiserprobten Tipps können der Anfang für eine optimierte Work-Life-Balance sein. Wie gesagt: Was du an Balance brauchst, kannst nur du selbst herausfinden. Ohne Änderungen aber wird es keine Verbesserungen geben – das solltest du dir klar machen.

Tipp 1: Mehr Struktur durch Zeitmanagement

Oft bleibt keine Zeit für die schönen Dinge des Lebens nach Feierabend, weil die vorhandene Zeit schlecht genutzt wird. Insofern kann die Beschäftigung mit dem Thema Zeitmanagement dafür sorgen, dass du Aufgaben schneller und effizienter erledigst. Um Stress zu reduzieren ist es hilfreich, Prioritäten zu setzen. Wer entspannter den Arbeitsplatz verlässt, wird die Probleme des Tages nicht mit in den Feierabend nehmen. Das ist eine Grundvoraussetzung, um abschalten zu können und Hobbys etc. nachgehen zu können. Wer den Problemen auch nach Feierabend hinterher rennt, wird nicht abschalten können. Hier zeigt sich, dass eine wirksame Work-Life-Balance auf einer strikten Trennung zwischen Arbeit und Privatem beruhen muss. Besonders die ständige Erreichbarkeit ist Gift für die notwendige Regeneration.

Tipp 2: Ungeliebte Aufgaben sofort erledigen und NICHT endlos nach hinten schieben

Aufschieberitis bringt nichts: Alles, was liegen bleibt, belastet dich. Das kennst du bestimmt nur zu gut aus der eigenen Lebenserfahrung. Es handelt sich um kraftraubende Stresserzeuger, die sich ebenfalls negativ auf die Produktivität auswirken. Wer seine eigene Work-Life-Balance umsetzen will, braucht konkrete Ziele, und zwar für jeden Tag. Daher solltest du unangenehme Aufgaben direkt zu Beginn erledigen. Ist dieser Ballast vom Schreibtisch, kann es mit neuer Zuversicht in den Rest des Tages gehen. Und wer entspannter arbeiten kann, wird am Ende mehr Lust verspüren, sich den schönen Dingen des Lebens als Ausgleich zu widmen. Die unschöne Alternative wäre, sich frustfutternd abends auf das bequeme Sofa zurückzuziehen.

Tipp 3: Aktiv werden für mehr Lebensqualität

Eine wirksame Work-Life-Balance ist ein essenzieller Faktor für ein gesundes Leben, vor allem in langfristiger Hinsicht. Wenn du gesund bleiben möchtest, solltest du dich ausreichend bewegen. Wenn du dich wohler und leistungsfähiger fühlen möchtest, solltest du Sport auf jeden Fall in die Work-Life-Balance integrieren.

Bewegung ist nach langen Arbeitszeiten genau das Richtige, um sich auszupowern und ein Stressventil zu nutzen. Das ‘bewegende’ Stressventil ist in der Lage, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Und beim Sport fühlst du dich frei und glücklich, was nicht zuletzt an den ausgeschütteten Hormonen liegt. Wenn du viel im Büro sitzt, solltest du für deine innere Balance mehr Sport treiben. Dies fängt eventuell in der Mittagspause schon mit einem kleinen Fußmarsch an. Beim Sport ist zudem die soziale Komponente von großer Wichtigkeit: Triff dich mit Freunden und Arbeitskollegen und tausche dich aus. Die Arbeit sollte dabei aber nicht im Fokus stehen, denn von dieser möchtest du ja Abstand gewinnen. Bedenke auch, dass die Ernährung zu einer bewussten Lebensqualität gehört. Gönne dir bzw. deinem Körper etwas Gutes und freue dich auf das eine oder andere kulinarischen Highlight in der Mittagspause oder nach Feierabend. Zufriedenheit kann auch durch den Magen gehen. Wer sich fit hält, arbeitet aktiv an seinem inneren Gleichgewicht und sorgt auf Dauer für eine höhere Leistungsfähigkeit.

Tipp 4: Nein sagen lernen

Dieser Tipp ist vermeintlich simpel, aber für viele Menschen unglaublich schwer. Wie sieht es bei dir aus? Es macht keinen Sinn, alles selber erledigen zu wollen. Dies gilt im beruflichen Alltag ebenso wie im privaten. Wer immer Ja sagt, wird sich irgendwann vor Arbeit nicht mehr retten können. Stress und Fehler sind vorprogrammiert. Es gilt, anderen zu vertrauen und Arbeit zu delegieren. Gerade Selbstständige sollten in der Startphase nicht den Fehler begehen und sich für jeden kleinen Auftrag völlig aufreiben. Wer Aufgaben verteilt bzw. bewusst abgibt, wird mehr vom eigenen Leben haben. Das ist eine zentrale Grundlage für eine wirkungsvolle Work-Life-Balance.

Tipp 5: Highlights nach Feierabend genießen

Dieser Tipp setzt natürlich voraus, dass es einen Feierabend geben muss! Irgendwann sollte auch eine noch so wichtige Arbeit ruhen, abschalten ist dann die Devise. Es macht wenig Sinn, nur planlos auf den ungewissen Feierabend hinzuarbeiten. Was kommt danach? Nichtstun auf dem Sofa? Nein! Wer seine Work-Life-Balance aktiv lebt, nimmt die Highlights nach Feierabend selbst in die Hand. Freue dich den ganzen Tag schon auf ein Treffen mit Freunden oder die Aussicht, deinem Hobby nachgehen zu können. Solche regelmäßigen Highlights sind sehr wichtig, um Routinen zu durchbrechen und frische Energie zu erzeugen. Auch wenn es anstrengend nach langen Arbeitstagen ist, so wird dir jedes Treffen gut tun. Soziale Isolation auf dem heimischen Sofa ist keine wirkliche Alternative!

Tipp 6: Sich selber belohnen!

Klingt gut? Ist es auch! Wer hart und viel arbeitet, muss und darf sich selber belohnen. Wofür sonst möchtest du jeden Tag 100 % geben? Wenn du selbst gesteckte Ziele erreichst, solltest du dir etwas gönnen, aus dem du neue Kraft ziehen kannst. Das kann ein Essen, ein Ausflug oder etwas völlig Verrücktes sein. Das weißt du mit einem Lächeln im Gesicht eh am allerbesten…

Tipp 7: Arbeite an der inneren Einstellung

Letztlich wird dir mit einer positiven Einstellung Vieles leichter von der Hand gehen. Mit einem Lächeln sind viele Momente besser zu ertragen und mit einer positiven Ausstrahlung wirst du auf dein Umfeld im beruflichen und privaten Kontext eine völlig neue Wirkung entfachen. Insofern sollte die schlechte Laune auf der Arbeit bleiben, denn zuhause wartet im Idealfall eine gegensätzliche Welt auf dich.

Tipp 8: Jobwechsel erwägen, wenn alles nichts hilft

Natürlich kann es sein, dass dein aktueller Job nicht der richtige ist. Dann hilft auch eine ausgewogene Work-Life-Balance wenig, um die grundsätzliche Unzufriedenheit zu überwinden. Wenn all die Tipps und weitere Maßnahmen keine Besserung bringen, solltest du über einen Jobwechsel zumindest nachdenken.

Fazit: Mache die Work-Life-Balance zu DEINEM Herzensprojekt

Wie welcher Tipp für dich geeignet ist, kannst du nur selber herausfinden. Es ist deine Aufgabe, für eine Balance zwischen Beruf und Privatleben zu sorgen, die eine hohe Lebensqualität zulässt. Sie wird dir nicht geschenkt. Work-Life-Balance ist als langfristige Herausforderung zu sehen: Immer wieder solltest du die Balance neu justieren. Höre auf deine innere Stimme: Sie weiß am besten, was du für ausgeglichene Zufriedenheit im stressigen (Arbeits-)Alltag brauchst. Damit eine ausgearbeitete Work-Life-Balance eine spürbare Wirkung erzielt, muss sie aktiv und konsequent gelebt werden. Niemand ist jemals glücklicher geworden, nachdem er Willensbekundungen nur zu Papier gebracht hat. Wer etwas in seinem Alltag zum Besseren bewegen will, darf nicht alles wie gehabt lassen.